Andere Länder, andere Schuhgrößen
Funde aus der Steinzeit belegen, dass schon der Steinzeitmensch Wert auf eine schützende Fußbekleidung gelegt hat, die er individuell der Größe seiner Füße angepasst hat. Den praktischen Nutzen von Schuhen wusste auch der Ötzi zu schätzen, dessen Schuhwerk bereits gefüttert und mit einer Sohle versehen war. Sogar Schnürsenkel besaßen die Schuhe des Steinzeitmenschen. Bei einer Körpergröße von 1,60 Meter entsprach seine Schuhgröße 38 auch im internationalen Vergleich durchaus der heutigen Norm.
Entwicklung internationaler Schuhgrößen
Eine Neuerung von weitreichender Bedeutung für die Festlegung von Schuhgrößen und der internationalen Schuhherstellung gelang den alten Römern. Die Idee war ebenso einfach wie genial. Nämlich die Erkenntnis, dass der Mensch über einen linken und einen rechten Fuß verfügt. Schuhe, die fortan unter Berücksichtigung dieses Aspektes hergestellt wurden, waren natürlich sehr viel bequemer. Im Vergleich zu den Schuhen anderer Völker waren die Römer damit die Spitzenreiter in puncto Bequemlichkeit. Erst sehr viel später erkannten die Schuhmacher, dass der linke und der rechte Fuß in der Regel unterschiedlich sind. Im Extremfall kann das sogar bedeuten, dass zum Beispiel dem linken Fuß Schuhgröße 40 passt, während der rechte nur die Größe 39 benötigt. In den Zeiten, als Schuhe noch handgemachte Maßanfertigungen waren, stellte die Unterschiedlichkeit kein allzu großes Problem dar. Auch im internationalen Schuhgrößenvergleich zählte ausschließlich das Können des Schuhmachers. Das im Wortsinn angemessene Schuhwerk war allerdings verhältnismäßig teuer und somit ein Privileg der Wohlhabenden. Erst mit der Erfindung der Nähmaschine im 19. Jahrhundert war es möglich, Schuhe kostengünstig herzustellen. Im internationalen Vergleich waren die Amerikaner die Vorreiter der industriellen Produktion von Schuhen, die für die Mehrzahl der Bevölkerung erschwinglich wurden. Bei der fabrikmäßigen, massenhaften Herstellung von Schuhen musste auch die Anatomie der Füße berücksichtig werden. Aus dieser Notwendigkeit entwickelten sich unabhängig voneinander unterschiedliche Systeme, um die Schuhgrößen im internationalen Vergleich zu normen.
Pariser Stich contra Size
Das französische Längenmaß, auch bekannt als Pariser Stich, stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das System hat sich in Europa durchgesetzt und ist bis heute der Standard für europäische Schuhgrößen. Eine Ausnahme bilden die Briten, die ihr Schuhwerk nach ihrem eignen Längenmaß fertigen. König Edward II. ist der Urheber des sogenannten Size, das bereits 1324 als Maß aller englischen Schuhe Einzug hielt. Ebenfalls ein Maßsystem für Schuhe im internationalen Größenvergleich nennen die Amerikaner ihr eigen. Das Längenmaß der Amerikaner ist mit Beginn der industriellen Produktion von Schuhen entstanden. Im internationalen Vergleich unterscheidet es sich vom englischen System dadurch, dass das englische Maß 9 Zoll dem amerikanischen Size 10 Zoll entspricht. In Zentimeter berechnen die Japaner die Schuhgrößen. Die Länge des Fußes in Zentimeter gemessen entspricht zugleich der Schuhgröße. Ist der Fuß also 30 Zentimeter lang, so benötigt er die japanische Schuhgröße 30, was wiederum im internationalen Vergleich in Deutschland der Größe 47 und in Großbritannien 12 Zoll gleichkommt.
Bei allen Angaben zu Schuhgrößen im internationalen Vergleich sollten sie immer Bedenken, dass auch die Fußbreite nicht außer Acht gelassen werden darf. Allerdings werden Sie im unteren Preissegment nur selten Schuhe finden, die auch die Schuhbreite angeben. Diese im Grunde nützliche Angabe findet der Kunde bestenfalls bei höherwertigem Schuhwerk. Bereits im Jahr 1980 gab es die Bestrebung, weltweit ein einheitliches Schuhgrößensystem durchzusetzen. Das sogenannte Mondopointsystem fand allerdings wenig Anklang. So ist es bis heute bei den verschiedenen Maßen im internationalen Vergleich geblieben.